Dermaroller – mit Nadeln gegen Pickel und Pickelnarben?

Dermaroller gegen Pickel

Hunderte kleine Nadeln, die Dir in die Haut stechen und dabei Deine Pickelnarben verschwinden lassen? Ja, das geht! Zumindest, wenn man den Versprechen von Dermatologen, Kosmetikern und Herstellern Glauben schenkt.

Laut diesen hilft Micro Needling – so der Fachbegiff – nämlich gegen eine Vielzahl unterschiedlicher Hautprobleme wie zum Beispiel auch unreine Haut und Aknenarben. Doch was ist wirklich dran an diesen Wirkversprechen? Wir sind der Sache für Dich auf den Grund gegangen und haben dem Thema Micro Needling und Dermaroller gründlich auf den Zahn gefühlt. Im folgenden Artikel erfährst Du daher alles, was Du dazu wissen musst, und auch, ob es sich wirklich lohnt, Dein Gesicht mit Nadeln zu piksen.

Wie von der Nadel gestochen – so funktioniert Micro Needling

Micro Needling bezeichnet die beim Dermatologen durchgeführte Behandlung mit einem Dermaroller. Bei diesem auf den ersten Blick durchaus einschüchternd wirkenden Gerät handelt es sich um eine an einen Handgriff montierte Rolle, die beim Standard-Dermaroller mit 192 feinen, in acht Reihen angeordneten Nadeln verfügt. Deren Länge variiert je nach Modell zwischen 0,5 und 1,5 mm.
Die Nadeln sind aus chirurgischem Stahl oder ähnlichen in der Medizin verwendeten Materialien gefertigt. Medizinische Dermaroller sind Einmalgeräte und werden nach der Anwendung entsorgt.

Dermaroller für den Heimgebrauch gibt es von verschiedenen Anbietern. Sie haben grundsätzlich eine Nadellänge von weniger als 1,5 mm und müssen auch nicht nach einer Anwendung entsorgt, sondern lediglich gründlich desinfiziert werden.

Das Prinzip Micro Needling – das steckt dahinter

Die Anwendung des Dermarollers funktioniert nach zwei verschiedenen Prinzipien: als Collagen-Induktionstherapie und als Wirkstoffeinschleuser in die Haut.

Collagen-Induktionstherapie mit dem Dermaroller

Seit einiger Zeit ist Micro Needling in aller Munde und wird als das neue Wunderverfahren gegen eine Vielzahl von Hautproblemen gepriesen. Wirft man dabei einen Blick auf einschlägige Studien, scheint auch tatsächlich etwas dran zu sein.

Micro Needling wird erfolgreich gegen folgende Probleme eingesetzt:

  • Schwangerschafts- und Dehnungsstreifen
  • Falten
  • übermäßige Pigmentierung (Hyperpigmentierung)
  • Sonnenschäden der Haut
  • Aknenarben

Für uns ist natürlich in erster Linie der letzte Punkt interessant. Doch wie funktioniert das Ganze jetzt eigentlich genau?

Micro Needling wird ausschließlich vom Hautarzt durchgeführt. Dieser rollt den Dermaroller über die zu behandelnden Haustellen, wobei die Nadeln des Rollers die Hornschicht der Haut – Stratum Corneum – durchdringen und mikrofeine Löcher hinterlassen, ohne dabei jedoch die Epidermis zu beschädigen. Untersuchungen zufolge verursacht das 15-malige Überrollen einer Hautpartie mit dem Dermaroller ( 192 Nadeln, 200 μm Länge und 70 μm Durchmesser) 250 Löcher pro Quadratzentimeter.

Vielleicht fragst Du Dich nun, wozu die ganzen Löcher gut sein sollen. Nun, das ist gar nicht so kompliziert: Durch das Eindringen der Nadeln in die Epidermis werden nämlich Wachstumssubstanzen freigesetzt, die wiederum die Produktion von neuem Kollagen sowie von Elastin stimulieren. Darüber hinaus formen sich auch neue Kapillaren – feine Blutgefäße. Alles in allem wird auf diese Weise eine Narben- und auch Faltenreduktion erreicht.

Der Dermaroller als Wirkstoffeinschleuser

Dermaroller_contentBei der Do-it-Yourself-Anwendung des Dermarollers ist das Wirkprinzip etwas anders als beim Micro Needling. Da zu Hause nicht so tief in die Haut eingedrungen werden kann – es auch nicht sollte! –, wird hier ein anderer Effekt genutzt.

So dient der Dermaroller in der Heimanwendung als Wirkstoffeinschleuser. Das heißt, dass direkt nach der Behandlung mit dem Dermaroller aufgetragene Cremes und Seren wesentlich besser und intensiver wirken als sonst, da sie so nun deutlich tiefer in die Haut eindringen können. Dieses Prinzip kannst Du Dir sowohl bei Anti-Aging- als auch Anti-Pickel-Behandlungen zunutze machen.

Micro Needling – vom Profi oder Do-it-yourself zu Hause?

Nachdem Du nun beide Anwendungsformen kennengelernt hast, bleibt nur noch die Entscheidung, welches Du anwenden möchtest. Grundsätzlich können Dir beide gegen Pickelnarben helfen, jedoch auf verschiedene Arten. Daher wollen wir Dir beide nun genauer vorstellen.

Micro Needling beim Dermatologen

Micro Needling darf nur von einem Arzt und geschultem Personal durchgeführt werden. Es handelt sich hierbei um einen minimalinvasiven Eingriff und daher kann es auch zu allen damit verbundenen Risiken wie etwa Infektionen kommen. Da Micro Needling auch etwas schmerzhaft ist, wird die Haut vor dem Eingriff mit einem Lokalanästhetikum in Form einer speziellen Salbe betäubt. So spürst Du vom Eingriff so gut wie nichts.

Beim Micro Needling selbst rollt der Arzt den Dermaroller mehrmals über die zu behandelnden Haustellen. Im Schnitt dauert eine Behandlungssitzung zwischen 45 und 60 Minuten. Danach wird der medizinische Dermaroller entsorgt. Die behandelten Haustellen sind nach dem Eingriff deutlich gerötet, etwa so, als hättest Du zu lange in der Sonne gelegen. Und genau diese musst Du rund eine Woche lang meiden, ebenso wie Schwimmbäder und Saunen.

Grundsätzlich empfehlen Dermatologen drei Behandlungssitzungen im Abstand von sechs bis acht Wochen. Auf diese Weise kann der größte Behandlungserfolg erzielt werden.

Vor Nebenwirkungen musst Du abgesehen von Infektionen bei nicht korrekter Hygiene keine Angst haben. Dies ist auch der große Vorteile von Micro Needling gegenüber ähnlich wirkenden Behandlungsmethoden wie etwa Säurepeelings, Micro Dermabrasion und Laser: Obwohl mit Micro Needling ähnlich gute und oft sogar bessere Behandlungsergebnisse erzielt werden können, sind im Gegensatz zu diesen so gut wie keine Nebenwirkungen zu erwarten.

Der Dermaroller zu Hause

Bei der Do-it-Yourself-Anwendung des Dermarollers wird ein anderes Wirkprinzip genutzt – nämlich jenes der Nadeln als Wirkstoffeinschleuser. Zwar gibt es auch zahlreiche Anleitungen im Internet, die erklären, wie Du den Dermaroller zur Collagen-Induktionstherapie zu Hause einsetzt, wir raten Dir davon jedoch ab!

Um den gleichen Effekt wie beim Dermatologen zu erzielen, müssen die Nadeln tief genug in die Haut eindringen. Dies ist bei der Do-it-Yourself-Anwendung mit zu vielen Risiken verbunden, da weder eine professionelle Durchführung des Eingriffs noch eine Einhaltung aller notwendigen strengen Hygienemaßnahmen gewährleistet werden kann. Darüber hinaus sind Dermaroller für den Heimgebrauch auch für die mehrmalige Anwendung bestimmt und keine Einmalgeräte wie die medizinische Version, was zu Problemen bei der nötigen Hygiene führt.

Die kürzeren Nadeln der frei verkäuflichen Dermaroller dringen außerdem – durchaus gewollt – nicht tief genug in die Haut ein, um dasselbe Behandlungsergebnis wie beim Hautarzt erreichen zu können. Das heißt jedoch nicht, dass Du mit der Heimanwendung des Dermarollers nichts für Deine Haut tun könntest! Er hilft Dir nämlich dabei, dass Die Wirkstoffe von Cremes und Seren besser in die Haut eindringen und intensiver wirken können. Zudem kannst Du auch eine leichte Anregung der Kollagenproduktion erreichen sowie Hautschuppen und Verstopfungen der Poren lösen.

Langfristig kann sich durch die Anwendung des Dermarollers zu Hause Dein Hautbild insgesamt verbessern, indem die Poren nicht so leicht verstopfen und deutlich kleiner aussehen. Darüber hinaus verspricht der Hersteller auch einen Rückgang von Fältchen. Klingt doch super, oder?

Dermaroller gibt es sowohl vom Erfinder dieses Prinzips als auch von anderen Herstellern im Einzelhandel sowie in Onlineshops.

Diese kosten oft nur kleines Geld, wobei Du auf jeden Fall darauf achten solltest, ein hochqualitatives Modell zu wählen. Darüber hinaus spielen auch die Anzahl der Nadeln sowie deren Länge eine maßgebliche Rolle.

Für den Anfang empfehlen wir Dir, ein Modell mit kürzeren Nadeln zu wählen. So läufst Du nicht Gefahr, Deine Haut zu überfordern, und kannst erst einmal beobachten, wie diese auf die Behandlung mit dem Dermaroller reagiert. Taste Dich langsam heran und steigere Dich wenn nötig bei der Länge der Nadeln.

Auf diese Weise wendest Du den Dermaroller zu Hause an

Wasche Dein Gesicht wie üblich und kläre es mit einem Gesichtswasser. Desinfiziere den Dermaroller mit einem entsprechenden Desinfektionsmittel und lasse dieses einige Minuten einwirken, bevor Du den Roller trocken schüttelst.

Nun beginne mit leichtem Druck über die betroffenen Haustellen zu rollen – fünfmal waagrecht und fünfmal senkrecht. Anschließend trägst Du Dein Serum oder Deine Creme auf. Bevor Du den nächsten Behandlungsdurchgang startest, solltest Du Deiner Haut genügend Zeit geben, sich zu erholen. Beobachte Deine Haut einfach, wie sie auf die Dermaroller-Anwendung reagiert, und gehe dementsprechend vor.

Achtung: Bei der Anwendung des Dermarollers solltest Du stets auf strengste Hygiene achten, um Infektionen vorzubeugen. Nach der Anwendung solltest Du direkte Sonneneinstrahlung meiden und immer einen effektiven Sonnenschutz tragen – was jedoch allgemein ein guter Tipp ist!

So können Dir Micro Needling und der Dermaroller gegen Pickelnarben helfen

Sowohl Micro Needling als auch der Dermaroller zu Hause können Dir gegen Pickelnarben helfen – jedoch auf unterschiedliche Art und Weise.

Eines wollen wir Dir jedoch gleich vorweg mit auf den Weg geben: Bei akuten entzündeten Pickeln solltest Du weder Micro Needling noch den Dermaroller im Heimgebrauch anwenden – der Dermaroller sollte nämlich grundsätzlich nur auf intakter Haut eingesetzt werden.

Möchtest Du hingegen insgesamt ein feineres Hautbild mit kleiner wirkenden Poren und weniger Mitessern haben, kann sich ein Versuch mit dem Dermaroller lohnen. Darüber hinaus berichten zahlreiche Anwender auch von Erfolgen bei der Reduktion von Pickelnarben. Dies betrifft jedoch nur eingesunkene und nicht erhabene Narben. Gegen Letztere ist der Dermaroller leider machtlos.

Zusammengefasst wirken Micro Needling und Dermaroller gegen folgende Hautprobleme:

Micro Needling

  • regt die Neubildung von Kollagen und Elastin an und lässt so neues Hautgewebe entstehen
  • daher ist Micro Needling ein effektive und nebenwirkungsarmes Verfahren gegen Pickelnarben

Der Dermaroller

  • hilft, Wirkstoffe von Seren und Cremes in die Haut einzuschleusen, sodass diese besser und intensiver wirken
  • sorgt für eine Ablösung überflüssiger Hautschüppchen und befreit verstopfte Poren, sodass es nicht so schnell zur Entstehung von Mitessern und in weiterer Folge von Pickeln kommt
  • kann – je nach gewählter Nadellänge und Intensität der Behandlung – ebenfalls eine leichte Anregung der Kollagen- und Elastinbildung bewirken

Micro Needling oder Dermaroller zu Hause? – unsere Empfehlung

Eines ist sicher: Sowohl Micro Needling als auch der Dermaroller im Do-it-Yourself-Verfahren helfen gegen Pickelnarben und sorgen für ein feineres Hautbild.

Die größeren Behandlungserfolge bringt dabei selbstverständlich das von einem Dermatologen durchgeführte medizinische Micro Needling. Daher ist dieses ideal, wenn Du tiefe und ältere Aknenarben hast und vielleicht auch gleich ein paar Fältchen verschwinden lassen möchtest.

Willst Du das System Dermaroller hingegen erst einmal ausprobieren und sind Deine Pickelnarben auch nicht so tief, kann hingegen auch der Dermaroller für den Heimgebrauch eine gute Wahl sein. Dieser hilft Dir überdies auch dabei, ein allgemein feineres Hautbild zu bekommen sowie verstopfte Poren und daraus resultierende Mitesser und Pickel zu verhindern.

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von Ulrike

Ulrike weiß, was es heißt, unter unreiner Haut zu leiden. Was für sie anfangs eine notgedrungene Auseinandersetzung mit dem Thema unreine Haut war, hat sich inzwischen zu einer echten Passion entwickelt.Ob wissenschaftliche Studien, Ernährungstipps oder eine vielversprechende neue Creme, vor ihr ist nichts sicher, was mit dem Thema unreine Haut zu tun hat. Ihre Erkenntnisse möchte Sie hier mit Euch teilen und euch so dabei helfen, endlich wieder schöne Haut zu bekommen