Akne wegen Stress – Mythos oder Wahrheit? Was Stresshormone mit unserer Haut anstellen

Verursacht Stress wirklich Pickel?

Gerade in Zeiten von vermehrtem emotionalem Stress, bei Ärger, starker Anspannung, Aufregung und erhöhtem Leistungsdruck beobachten Akne-Betroffene eine Zunahme von entzündlichen Akne-Läsionen.

Der so wichtige antibakterielle Schutzschild der epidermalen Hornhautbarriere ist zunehmend gestört; die Ausschüttung körpereigener antimikrobieller Substanzen nimmt rapide ab.

Was tun, wenn Akne-Pickel und Co. zur wahren Stressplage werden?
Der kleine Anti-Stress-Hautratgeber verschafft Dir Überblick.

Akne und Prüfungsstress

Akne vulgaris ist die weltweit am häufigsten anzutreffende Form aller Akne-Krankheitsbilder. 80 Prozent aller Jugendlichen und 25 Prozent der Erwachsenen sind davon betroffen. Ein alarmierendes Ergebnis.

Die Universitätsklinik für Dermatologie der Stanford University School of Medicine, Kalifornien, hat jüngst eine Studie veröffentlicht, die einen pathogenen, also krankheitsverursachenden Zusammenhang zwischen chronischem Stress und der Verschlechterung der Akne nachweisen konnte.

Insbesondere beim Ansteigen des subjektiven Stresspegels in Prüfungsstressphasen und bei akutem beruflichem Leistungsdruck und damit einhergehenden Begleitfaktoren wie Schlafmangel und Veränderung der Ernährungsgewohnheiten werden eine erhöhte Schmerzintensität und eine deutliche Verlangsamung des Wundheilungsprozesses beobachtet.

Akne-Läsionen und chronische Hauterkrankungen wie Psoriasis (Schuppenflechte) und Neurodermitis oder Haarausfall verschlimmern sich.

Akne-Pickel und Stresshormone

Die Haut als unser größtes Körperorgan gibt Dir wichtige Rückschlüsse auf Dein körperliches, seelisches und geistiges Wohlbefinden. Andauernde seelische Belastungszustände im Familienleben und Berufsalltag führen zwangsläufig zu Störungen des Stoffwechsels.

Um Stress zu bekämpfen, schüttet der Körper vermehrt Glukokortikoide (Steroidhormone) aus – Cholesterinderivate aus den Adrenalindrüsen.

Ein erhöhter Stresshormonlevel stört den Transport körpereigener Antibiotika in die Haut, die Produktion antimikrobieller Eiweißstoffe nimmt ab und das Bakterium Streptococcus pyogenes breitet sich aus.

Bei Menschen löst der Erreger entzündliche Abszesse, Scharlach oder Angina aus.

Die Hormonproduktion spielt eine wesentliche Rolle bei der Bildung von Hautunreinheiten. Zu diesem Ergebnis kam ein im US-Fachmagazin „Journal of Clinical Investigation“ veröffentlichter Report von Dr. Karin M. Aberg der Universität von Kalifornien, San Francisco.

Das Experten-Fazit: Wenn es langfristig gelingt, die von Stresshormonen blockierte Versorgung mit antibakteriellen Schutzstoffen wiederherzustellen, können deren unerwünschte (Akne-)Nebenwirkungen beizeiten ausgebremst werden.

Akne und Rauchen

Klar, wer raucht, schadet sich und seinem Umfeld. Gesundheitlich bedenklich ist Rauchen auch aus der Hautperspektive. Raucherhaut altert nicht nur schneller mit sichtbaren Falten und Fältchen, sie ist zudem schlecht durchblutet und oftmals stark verhornt.

Der Teint erscheint großporig, grau und fahl, partiell von erweiterten Äderchen (Couperose) gezeichnet.

Wer in Stressphasen vermehrt zum Glimmstengel greift, der befeuert zusätzlich die Bildung von Pickeln, Papeln und Pusteln („Raucher-Akne“). Warum?

Einschlägige dermatologische Studienergebnisse kommen zu der Erkenntnis, dass es bei Raucherhaut – im Vergleich zur gesunden Nichtraucherhaut – Unterschiede in der Zusammensetzung des Sebums (Hauttalg) gibt. Zudem ist die Produktion des Hautvitamins E rückläufig. Aknepatienten fehlen nachweislich wertvolle und entzündungshemmende ungesättigte Fettsäuren, z. B. Linol- und Linolensäuren, im Talg.

Kosmetik mit Anti-Stress-Effekt

Besteht ein Zusammenhang zwischen dem Stresslevel und der Hautgesundheit? Finde es heraus!Die tägliche Hautpflege bei gestresster, unreiner und sensibler Haut erfordert Deine besondere Beachtung.

Viele jugendliche und auch erwachsene Akne-Betroffene hängen dem Irrglauben an, das regelmäßige Auftragen von Salben, Wässerchen und Tinkturen auf die betroffenen Hautpartien allein reicht aus, um die störenden Pickel und Pusteln wirkungsvoll in den Griff zu kriegen.

Ein fataler Denkfehler!

Der häufigste Mängelgrund in der Akne-Toilette ist die unzureichende oder zu aggressive Reinigung der geplagten Haut.

Neben einem milden, alkalifreien Reinigungsgel oder -schaum solltest Du ein alkoholfreies Gesichtstonic verwenden. Home-Peelings müssen – wenn überhaupt – sparsam eingesetzt werden, max. im Rhythmus von 10 – 14 Tagen.

Erstens, um den ohnehin stark gestörten Säureschutzmantel der Haut nicht noch zusätzlich zu belasten. Zweitens, um die übermäßige Produktion der Keratinozyten (Hornzellen) nicht noch weiter anzuregen.

Gesichtscremes und Nahrungsergänzungspräparate sollten mit marinen Ingredienzien, natürlich antiseptischen und beruhigenden pflanzlichen Wirkstoffen sowie Mineralstoffen und Spurenelementen angereichert sein.

Algenextrakt, Thermalplankton, Squalan, entzündungshemmendes Coenzym Q 10, Bisabolol, adstringierender Hamamelisextrakt, Vitamin E, Vitamin B5 (Pantothensäure), Panthenol, Aloe Vera.

Leinöl, Borretschöl, Nachtkerzenöl, Grüntee- und Traubenkernextrakt, Zink, Kalium und Selen haben sich in der Aknekosmetik bewährt und liefern wichtige ungesättigte Fettsäuren sowie essentielle Hautvitamine.

Finger weg von Pickeln und Pusteln!

Wer unter starker Anspannung steht, der ist nervös und hyperaktiv. Die Hände sind permanent in Bewegung – und flattern ständig zum Gesicht.

Das zwanghafte Abtasten, Knibbeln, Kratzen und Knietschen an störenden Pickeln und Pusteln hat einen Namen: „Nervositäts-Akne“. Hier gilt: Hände weg, auch wenn’s schwerfällt!

Unter den Fingernägeln lauern Mikroorganismen, die bei Berührung mit eitrigen Akne-Pickeln weitere Schmierinfektionen und Kontaktekzeme auf gesunden Hautarealen auslösen können.

Das unsachgemäße Ausdrücken und Aufkratzen von Akne-Pickeln zerstört empfindliche Drüsenwände, Bakterien breiten sich aus und tiefe Hautverletzungen und Narben sind die Folge.

Ein Teufelskreislauf, der nur durch eiserne Selbstkontrolle und ständige Hygiene-Disziplin durchbrochen werden kann.

Hilfreich ist hier das morgendliche Schminkritual mit Make-up, Concealer und Abdeckstift. Einmal fertig gestylt, startest Du selbstbewusst in den Tag.

Extra-Rat: Deine (nichtkomedogene) Make-up-Maske ist Dein „Beauty-Kunstwerk“, das Du bis zum abendlichen Abschminken nicht zerstören darfst.

Stress lass‘ nach: Maßnahmen zum Stressabbau

Wenn das Kopfkino mal wieder verrückt spielt, ist es nicht leicht, einen kühlen Gedanken zu fassen.

Autogene Entspannungsübungen wie Yoga oder Meditation, Wellnessanwendungen und Methoden der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) verhelfen Dir zu mehr innerer Gelassenheit und stärken das Selbstwertgefühl.

Beim Sport werden reichlich Glückshormone wie Endorphine ausgeschüttet, die Entspannungszustände fördern.

Inzwischen gibt es eine Vielzahl von zertifizierten Gesundheitsprodukten zum Thema oxidative Stresserkennung und Stressmanagement.

Mit Schnelltests zur Bestimmung der freie Radikale-Aktivitäten im Urin, modernen Verfahren zur Untersuchung des Hormonspiegels und pH-Wert-Tests lassen sich heute in Kooperation mit Dermatologen in der Hautarztpraxis ganz gezielt präventive Anti-Akne-Maßnahmen ergreifen.

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